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Ukraine Hilfe vor Ort

Moin moin, hier mein Bericht von unserem Arbeitseinsatz am polnisch- ukrainischen Grenzübergang in Medyka

Der letzte, also der Abreisetag, kam mir rückblickend wie die ersten zwei Anreisetage vor. Den Hintern plattsitzen mit wenig Beinfreiheit in Bus und Bahn. Reise via Holzklasse und in einem angenehm entschleunigten Tempo, sodass der Prozess, die Reise als solche sich anders wahrnehmen lässt, statt: „Ich steige mal kurz ins Flugzeug und bin in round about 3h da“, oder so ähnlich. Ein weiterer Benefit, vorausgesetzt man hat da Bock drauf, sind die Menschen, welche den Weg kreuzen. Da waren z.B. ein Schlager singender Busfahrer, eine Ukrainerin in Nonnengewand die keine Nonne war oder ein Footballspieler mit Wilhelminischem Schnorres, sodass einem die 16-25h Reisezeit dann doch nicht ganz so lange vorkamen.

In Przemysl angekommen ging es Abends zur ersten 12 h Nachtschicht, wobei einige Übermotivierte auch gleich als wir angekommen waren zum Einsatzort mitwollten, was wir glücklicher Weise demokratisch abwenden konnten.

Insgesamt lässt sich unsere erste Woche mit Essen, Schlafen und Arbeiten beschreiben, nur das die Arbeit nachts war und der Schlaf am Tag. Wir waren aber nicht einfach so in Polen, sondern haben dort die polnischen Pfadfinder*innen am polnisch- ukrainischen Grenzübergang in Medyka unterstützt.

Kurz ein paar Sidefacts zu den polnischen Pfadfinder*innen. In Polen gibt es, ähnlich wie in Deutschland, mehrere Pfadfinder*innenorganisationen, nur das es nicht wie bei uns gefühlt 500 gibt, sonder round about 20. Dabei ist die Organisation ZHP (Zwiazek Harcerstwa Polskiego) Mitglied in den Weltpfadfinder*innenverbänden WOSM und WAGGGS. Die ZHP hat am Grenzübergang einen Kaffeestand und ist zudem in mehreren Verteilerzentren tätig. Kaffee haben wir nicht ausgeschenkt. Dafür aber die ZHR (Zwiazek Harcerstwa Rzeczy posplitej) unterstützt. Die ZHR ist in den 1980´gern aus der ZHP entstanden.

Vielen sind Pfadfindergruppierungen wie z.B. die Air- oder Seascouts geläufig, diese gibt es auch bei den polnischen Pfadfinder*innen. Dazu kommt noch die Besonderheit, das ZHP und ZHR jeweils einen eigenen Sanitätsdienst (Harcerskie Ochotnicze Pogotowie Ratunkowe ZHR) mit geschulten Pfadfinder*innen haben. Und genau dieser Sanitätsdienst betrieb am Grenzübergang ein Erste Hilfe Zelt mit Schlafmöglichkeiten für geflüchtete und genau dort haben wir mit unterstützt. An sich eine spannende Möglichkeit sich mit einzubringen … wenn die Sprachbarriere nicht wäre, sodass wir improvisieren mussten, z.B. einzelne ähnlich klingende Wörter, mit Glück konnte jemand englisch, Mimik & Gestik oder Google Übersetzter. Also insgesamt hat die Verständigung geklappt, denn wie Paul Watzlawick schon sagte: „Man kann nicht nicht kommunizieren“.

An sich waren viele Hilfsorganisationen am Grenzübergang, vom ägyptischen Halbmond bis hin zu einzelnen Personen, welche privat aus Bolivien oder den USA angereist waren um zu helfen. Also ziemlich international, sowie unsere Ausrüstung im Erste Hilfe Zelt, welche sich aus Spenden zusammensetzte. In Phasen, in welchen „Flaute“ herrschte, halfen wir beim Gepäck und Spenden Transport oder Wartenden mit Fahrtenliedern und einem Akkordeon die Zeit zu verkürzen.

Der Kontakt zu den polnischen Pfadfinder*innen war insgesamt in der Kommunikation, lassen wir die Sprachbarriere außeracht, ziemlich dürftig. Es fing damit an, dass die Person, welche uns zum Grenzübergang und zurückbrachte, in einem Zeitraum von zwei Tagen immer wieder zu spät kam, sodass wir nach einer 12h Nachtschicht erst um 11.00 statt um 08.00 Uhr im Hostel waren, und uns so der Schlaf fehlte, da die nächste Schicht schon wieder um 21.00 Uhr begann. Wie gesagt Essen<->Schlafen<->Arbeiten

Am ersten Wochenende sollten wir dann das Hostel wechseln , wobei uns gesagt wurde, dass Lebensmittel etc. in der neuen Unterkunft vorhanden sein würden. Dort angekommen irgendwo jwd. Wirklich schön gelegen, aber so dass wir von dort nicht wirklich wegkamen. Anscheinend hatten wir am Osterwochenende frei, was uns nicht mitgeteilt worden war, sodass wir immer zu warteten. Auch konnten wir niemanden telefonisch oder per Mail erreichen. An Lebensmitteln war nix vorhanden, sodass wir zwei Tage lang einen Rest Müsli zu dritt teilten. Einkaufen konnten wir auch nicht, da Ostern war und dann in Polen keine Geschäfte offen haben. Geile Meile.

Am Sonntag (Ostersonntag), kam gegen spätnachmittag eine Gruppe von Pfadfinder*innen zu uns und berichtete, dass sie wohl seit Freitag am durcharbeiten seien da so viel los sein und nun erstmal duschen wollen würden. Wir fragten uns natürlich, warum man uns nicht Bescheid gesagt hatte, wenn so viel los gewesen war. Ergo: Ostersonntag trampten wir zum Einsatzort und am nächsten Tag erfuhren wir, dass wir wieder ins vorherige Hostel umziehen sollen, da dieses wohl über Ostern geschlossen hatte nun aber wieder auf sei. Kein Kommentar.

In der zweiten Wochen fuhren wir die Strecke zum Einsatzort und zurück autark per Bus. Auch gab es einen Wechsel innerhalb der ZHR Freiwilligen, sodass neue Leute kamen. Mit der Ablösung konnten wir mehr anfangen und sie anscheinend auch mit uns. Sie zeigten Interesse und waren um einiges kommunikativer.

Interessant war auch die DPSG - Gruppe, welche sich selbst als erste reguläre deutsche Pfadfinder titulierte und am ZHP Stand in unterschiedlichen Schichten Kaffee austeilten. Kommunikativ war die Gruppe auch nicht, jedenfalls nicht uns gegenüber und Interesse an gemeinsamen Aktionen blieb auch aus. Haufen Sauerkraut. „Kawa, coffee, Kaffee?“ Die Gruppe blieb auch lediglich eine Woche vor Ort mit zwei An-/Abreisetagen. Um wirklich vor Ort anzukommen und Kontakt zu anderen Freiwilligen zu bekommen haben wir round about eine Woche gebraucht. Unter zwei Wochen Verweildauer rentiert sich meines Erachtens nach ein Einsatz vor Ort nicht und ist so wenig zielführend oder gar nachhaltig. Und es zeigt auch wieder deutlich, dass jeder „sein Ding“ macht. Davon, das es ökonomischer wäre, etwas bündeübergreifend zu organisieren, fange ich erst gar nicht an.

What ever, damit schließe ich diesen Bericht, gebe aber zu bedenken, dass es „Lattenhagen“ sein sollte, welcher Pfadfinderorganisation man angehört und sich diese Vereinsheimerei eher wie eingestaubte Bürokratie anfühlt, die sich in den letzten Jahrzenten etabliert hat und vielen Dingen im Weg steht … ist das noch Pfadfinden?!

Peace out

VG und Gut Pfad,

Emanuel

 

 

 

 

 

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